Fitzgerald F. Scott - Der große Gatsby.pdf

(1036 KB) Pobierz
F. Scott Fitzgerald
Der große
Gatsby
New York 1925. Auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe gibt
Gatsby sagenhafte Parties: bei Swing und Champagner treffen sich
Welt und Halbwelt, Hollywood-Stars und Glamour Girls,
Intellektuelle, Playboys, Habe- und Taugenichtse. Über Gatsbys
Herkunft und Reichtum kursieren die tollsten Gerüchte: der
Emporkömmling, Großsprecher, Kriegsheld, Alkoholschmuggler und
Gangster Gatsby wurde zum amerikanischen Traum und Trauma, sein
Schicksal die Essenz von Glanz und Illusion der zwanziger Jahre.
Dieses E-Book ist nicht zum Verkauf bestimmt!!!
F. Scott Fitzgerald
Der große Gatsby
Roman
Aus dem Amerikanischen
von Walter Schürenberg
Diogenes
Titel der Originalausgabe:
›The Great Gatsby‹
Copyright © 1925 by Charles Scribner’s Sons
Copyright © renewed 1956 by F. Scott Fitzgerald Lanahan
Die deutsche Erstausgabe erschien 1953
im Blanvalet Verlag, Berlin
2004
Alle deutschen Rechte vorbehalten
Copyright © 1974
Diogenes Verlag AG Zürich
ISBN 3 257 20183 4
Und wieder
für
Zelda
I
In meinen jüngeren Jahren, als ich noch zarter besaitet
war, gab mein Vater mir einmal einen Rat, der mir seitdem
wieder und wieder durch den Kopf gegangen ist.
»Bedenke«, sagte er, »wenn du an jemand etwas
auszusetzen hast, daß die meisten Menschen es im Leben
nicht so leicht gehabt haben wie du.«
Weiter sagte er nichts, aber da wir uns auf eine scheue
Art immer ungewöhnlich gut verstanden, begriff ich, daß
er damit sehr viel mehr gemeint hatte. Daher neige ich
dazu, mit meinem Urteil zurückzuhalten, eine
Gewohnheit, die mir viele interessante Menschen
erschlossen hat, mich aber auch nicht selten routinierten
Schwätzern
auf
den
Leim
gehen
ließ.
Überdurchschnittliche Geister wittern diese Eigenschaft
rasch bei einem normalen Menschen und klammern sich
daran. So kam es, daß man mich schon auf dem College
zu Unrecht für einen ehrgeizigen Intriganten hielt, weil ich
in den heimlichen Kummer irgendwelcher Unbekannter,
denen man alles mögliche zutraute, eingeweiht war. Meist
kam es ohne mein Zutun zu solchen Geständnissen – oft
stellte ich mich schlafend oder geistesabwesend, oder ich
gab mich boshaft und leichtfertig, wenn ich aus
untrüglichen Anzeichen merkte, daß eine vertrauliche
Enthüllung im Anzuge sei. Denn gewöhnlich sind bei
jungen Menschen solche vertraulichen Enthüllungen oder
zumindest die Worte, in denen sie sich äußern, nicht ihr
eigenes Gewächs und obendrein durch offensichtliche
Komplexe entstellt. Sich des Urteils enthalten heißt,
unbegrenzt hoffen. Dennoch wäre, fürchte ich, nicht alles
gesagt, wenn ich verschwiege, was mein Vater mit
5
Zgłoś jeśli naruszono regulamin